Antiker koreanischer Tisch - Hojok-ban / Naju-Ban aus Zelkova Ulme - Anf. 19 Jahrhundert

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Antiker koreanischer Tisch - Hojok-ban / Naju-Ban aus Zelkova Ulme - Anf. 19 Jahrhundert

Antiker koreanischer Tisch - Hojok-ban / Naju-Ban aus Zelkova Ulme - Anf. 19 Jahrhundert

Antiker koreanischer Tisch - Hojok-ban / Naju-Ban aus Zelkova Ulme - Anf. 19 Jahrhundert

Antiker koreanischer Tisch - Hojok-ban / Naju-Ban aus Zelkova Ulme - Anf. 19 Jahrhundert


Antiker koreanischer Tisch - Hojok-Ban / Naju-Ban

Dieser wunderschöne originale und antike koreanische Tisch wurde Anfang bis Mitte des 19. Jahrhundert, vorwiegend aus dem massiven Holz der Ulme (Zelkova serrata) gefertigt. Die polygonale Tischplatte in Form eines Zwölfecks weist eine sehr schöne Maserung auf.


Die Beine des koreanischen Tischs sind im Tigerbein Stil gefertigt und stehen im koreanischen Schamanismus für die Boten der Berggeister.


Tigerbein-Tische werden im koreanischen als Hojok-ban bezeichnet. Darüber hinaus kann diese Tischart jedoch weitere Bezeichnungen zugewiesen werden, da zum Beispiel Tische mit Polygonal geformten Tischplatten im koreanischen als Dabak-ban bezeichnet und Tische von denen Getränke zu sich genommen wurden als Juan-sang bezeichnet werden.


Des Weiteren kann die Herkunft eines Tisches ausschlaggebend für dessen Bezeichnung sein.

Der hier angebotene Tisch entstammt größter Wahrscheinlichkeit nach aus der Gegend der südkoreanischen Provinzen Jeolla und Chungcheong somit würde die Bezeichnung Naju-ban ebenfalls zutreffend sein.


Alles in allem handelt es sich bei diesem Tisch um ein sehr wertvolles Möbelstück das durch sein natürliches geöltes Finishing eine sehr warme und schöne rötliche Färbung aufweist.


Dieses Exponat stammt aus einer renommierten deutschen Sammlungsauflösung. Die Exponate dieser Sammlung sind allesamt exquisite Einzelstücke die ab 1975 in Korea zusammengetragen wurden und von ihrem vorherigen Besitzer nach Deutschland überführt und seither mit viel liebe gepflegt wurden.


Eckdaten:
Art: Korea Tisch, Esstisch, Hojok-ban, Naju-Ban, Soban
Farbe: rötlich Braun
Material: massiv Holz – Ulme (Zelkova serrata)
Alter: Anfang bis Mitte des 19. Jahrhundert / Joseon-Dynastie

Maßangaben:
Höhe: 27,5 cm
Breite: 45 cm
Tiefe: 43,5 cm


Wissenswertes über die Welt der kleinen koreanischen Tische

Die traditionellen Tische Koreas werden im koreanischen im Allgemeinen als Soban bezeichnet und spiegeln die einzigartige ästhetische Sensibilität aller Koreanischen Provinzen, deren kulturellen Hintergründe und gesellschaftlichen Stände wieder.

 

Die niedrigen Esstischchen repräsentieren eine einzigartige feine Handwerkskunst die heute zum Teil durch die westlichen Einflüsse und die Moderne in Vergessenheit geraten sind.

 

Die Einfachheit gepaart mit den wunderschönen Formen und den zum Teil ungekünstelten Verzierungen sind kongenial mit den heutigen Vorstellungen von Ästhetik im modernen Handwerk.

 

Der Soban ist niedrig und zumeist klein, was auf die Jahrtausendalte traditionsreiche Boden- und Sitzkultur Koreas zurückzuführen ist. Ebenso sind die Tische je nach Provinz, Gebrauchsart, Gesellschaftsstand des Eigentümers unterschiedlich in ihrer Farbe, Form, Verzierung sowie Größe und wurden zumeist aus den Materialien der jeweiligen Region gefertigt aus der sie stammen.

 

Die Höhe eines Soban hing zum Teil vom gesellschaftlichen Stand der jeweiligen Hausherren sowie deren Verwendungsart ab. So ist zum Beispiel ein Soban eines Mitglieds der Königsfamilie der als Esstisch gedacht ist höher, als ein Soban einer seiner Untergebenen. Ein bildliches Beispiel ist, dass bei einem Essen im Palast des Königs, dieser von seinem erhöhten Thron aus,  von dem im Raum höchsten Soban speiste, während seine Beamten und Untergebenen vor ihm im Raum auf dem Boden saßen und von niedrigeren Tischen speisten.

 

Aber auch die Verwendungsart des Soban beeinflusst dessen Größe und Höhe. So gibt es als Beispiel neben dem Soban der direkt als Speisetisch verwendet wurde auch Beistelltische die eine niedrigere Höhe als der eigentliche Speisetisch aufweisen. Des Weiteren gibt es kleine beinlose Aufsatztische, die wiederum auf einen Beistelltisch o. ä. gestellt wurden. Es gibt Medizin- und Kräutertische sowie Buddhistische Gabentische. Der Vielzahl an Tischvarianten sind hier kaum Grenzen gesetzt.

 

Die Verzierungen eines Soban wurden meist nicht willkürlich oder nur zur Zierde ausgewählt sondern sagte u. a. viel über dessen Verwendung und/oder Besitzer aus. Tische die z. B. von Schamanen genutzt wurden, weisen meist geschnitzte Motive aus der Natur auf. Wo hingegen Tische, die als Mitgift dienten häufig chinesischen Zeichen und Symbole wie z.B. das Symbol für Glück, Gesundheit und Frieden sowie Langlebigkeit aber auch die Pflanzensymbole der vier Tugenden (Pflaume, Orchidee, Chrysantheme und Bambus) aufweisen. Ebenfalls wurden Tische gefertigt in denen fein geschnitzte Verzierungen aus Knochen und Perlmut eingebracht wurden. Diese reich verzierten Tische schmückten zumeist die Gemächer der Frauen, das sogenannte Anbang.

 

In der zweiten Hälfte der Joseon Periode wandelten sich die Entwürfe ein wenig, hier wurden oftmals Wolken, Swastiken, Gitter und Bändermuster sowie das Eum und Yang“-Symbol das die koreanische Variante des chinesischen Yin und Yang ist als Verzierung gewählt.

 

Auch in der Gestaltung der Tischbeine spiegelt sich der koreanische Volksglaube wieder, jede Form steht für eine eigene Bedeutung. Das nach außen gebogene Tigerbein lässt sich zum Beispiel in seiner Art und Form von dem nach innen gebogenen Bein des Hundes unterscheiden. Die Bedeutung des Tigers steht für die Boten der Berggeister, der Hund wiederum stellt den Wächter des Hauses dar. Bei beiden Bedeutungen handelt es sich um Bedeutungen die dem koreanischen Schamanismus entstammen.

 

Ein Soban wurde meist aufgrund der unterschiedlich benötigten Eigenschaften der Einzelteile aus verschiednen Holzarten gefertigt. Die zusätzliche Herausforderung für den Handwerksmeister bestand darin, dessen Gewicht dabei so gering wie möglich zu halten. So hatte jede Provinz ihr eigenes bevorzugtes Holz, dass zum Beispiel zur Herstellung der Tischplatten verwendet wurde.

 

Die Provinz Gyeongsang verwendete hierfür u. a. vorwiegend das Holz der Zelkova Ulme. Muskatnuss und Lindenholz wurde hingegen meist in der Provinz Naju verwendet und das in der Provinz Anju meist verwendete Holz war wildes Nussbaumholz. Aber auch Laubbaumhölzer wie Walnuss, Birne, Paulownia (Blauglockenbaum) und Robinie, alle mit sehr feinen Maserungen, wurden gerne von den koreanischen Möbelbauern bevorzugt, da Ihr Gewicht leicht und diese Holzarten einfach zu handhaben waren.

 

Das Holz des Ginkgos galt hingegen im ganzen Land aufgrund der hohen Elastizitätseigenschaft und warmen Note als favorisierte Holzart.

 

Der optische Anspruch der an das Holz, das als Baumaterial für die Tischbeine genutzt wurde, war zweitrangig. Dieses musste solide und robuste Eigenschaften aufweisen und zugleich auch leicht sein. Für die Herstellung der Beine wurde oftmals das Holz von Robinien, Ahorn, Kiefern und/oder rotem Sandelholz genutzt. Für Verbindungen und Rahmen eignete sich das Holz von Pinien und Weiden wiederum sehr gut. Das Holz der Weide wurde insbesondere für die Herstellung von Zierleisten und Borden sehr geschätzt, da es sich leicht beschnitzen und formen (biegen) lies.

 

Bei dem Bau eines Soban wurde sorgsam auf die Zusammenstellung der verschiedenen Hölzer geachtet, da diese von ihren Eigenschaften miteinander harmonisieren mussten. Ein Soban unterlag ständig schwankenden Umwelteinflüssen wie zum Beispiel die Wärme einer Küche, starker Sonneneinstrahlung die das Holz austrocknen ließ und/oder Feuchtigkeit die das Holz in sich aufsog. Trotz der überaus sorgfältigen Auswahl des Holzes und der Herstellung musste ein Soban gelegentlich gewartet werden, da auch der beste Soban sich irgendwann durch die starke Beanspruchung und die ständig wechselnden Umwelteinflüsse verziehen konnte, etwas locker wurde, das Holz Risse bildete oder die Tischplatte durch große Hitze beschädigt wurde.

 

Während andere koreanischer Möbel üblicherweise nur leicht geölt wurden um ihren natürlichen Charme durch das Altern zu erhalten, wurde bei einem Soban darauf Wert gelegt mehrere Beschichtungen aufzutragen, die zum einen gegen Fäulnis und verziehen vorbeugen sollten und zum anderen hygienischer sauber zu halten waren. Ein weiterer Aspekt war eine glänzende und edle Oberfläche zu erhalten.

 

Die Öle für die klaren Ölschichten wurden aus Bohnen, Walnüsse, Perilla (Shiso) oder Paulownia Samen gewonnen. Das Öl wurde mehrfach auf das Holz aufgetragen, so dass dieses tief in das Holz eindringen konnte.

 

Weiter verbreitet und häufiger angewandt wurde jedoch die Beschichtung mit diversen Lackarten.

 

Opake (Lichtundurchsichtige) Beschichtungen wurden aus pflanzlichen Ölen hergestellt, die Öle wurden bis zu einer pastenähnlichen Konsistenz gekocht. Diese Paste wurde meist für Birneholz, Gingko oder Lindenholz verwendet. Der Glanz dieser Beschichtung kam der einer Lackbeschichtung sehr nahe. Für die Herstellung von farbigen Lackierungen wurde z. B. Eisenoxidhaltige Erde, Kaki, Gardenie, Ockergelb oder weißes Ton Pulver vor dem Ölen aufgetragen. Diese Methode häufig wurde bei Maserungsarmen Holzarten verwendet.

 

„Echte“ Lacke wurden aus dem milchigen Harz des Lackbaums (Rhus verniciflua) gewonnen und hergestellt, diese bildeten sehr harte und dauerhafte gegen Wasser und Säuren resistente Oberflächen. Auch war diese Art des Lacks äußerst Stoß- und Abriebresistent, je nach Beanspruchung der Soban, Möbelstücke, Kochutensilien, Servierplatten, Tabletts und Teller wurde dieser in mehrere Lackschichten übereinander aufgebracht um so eine stärkere Strapazierfähigkeit zu erreichen.

 

Die Bezeichnung Soban ist im eigentlichen eine Oberbezeichnung für einen koreanischen Tisch, die genaue Bezeichnung eines Tischs wurde von dessen Nutzungsbestimmung, Produktionsstandort, der Form der Tischplatte, den Beintypen und/oder dessen dekorativen Mustern abgeleitet.

 

Große Esstische werden zum Beispiel als Gyoja-sang bezeichnet und runde Tische als Duri-ban. Tische die für das Fest des ersten Geburtstags eines Kindes gedacht waren, werden Dol-sang genannt und Tische an denen nur Beamte ihre Mahlzeiten zu sich nahmen, wurden als Gonggo-sang bezeichnet. Tische von denen Getränke zu sich genommen wurden heißen wiederum Juan-sang, Medizin Tische werden Yak-sang und Tee Tische Da-sang genannt.

 

Polygonal geformte Tische heißen Dabak-ban, rechteckige Tische hingegen Jangbanghyeong-ban, quadratisch geformte Tische werden als Sabang-ban und Halbmond Tische als Banwol-ban bezeichnet. Tische deren Form einem Lotus-Blütenblatt ähneln werden Yeonyeop-ban genannt und ein Won-ban ist wiederum ein runder Tisch.

 

Tische die Hundebeine aufweisen werden als Gujok-ban bezeichnet, Tigerbein-Tische heißen Hojok-ban und Bambusbein-Tische Jukjeol-ban. Einbeinige Tische werden als Dangak-ban bezeichnet.

 

Jeder Tisch ist aufgrund der lokal vorkommenden Rohstoffe und den vor Ort gepflegten Lebensstilen der Menschen materiell sowie optisch beeinflusst. Folglich ist es naheliegend das Tische die für eine Region typischen Eigenschaften aufweisen eben nach dieser benannt sind. So zum Beispiel werden Tische die aus der Stadt  Tongyeong (Provinz Gyeongsang) stammen als Tongyeong-ban bezeichnet. Die als Naju-ban bezeichneten Tische kommen zum Beispiel aus den südkoreanischen Distrikten Jeolla und Chungcheong. Haeju-ban werden jene Tische genannt die zwischen der nordkoreanischen Stadt Haeju und der am Japanischen Meer liegenden Provinz Gangwon stammen. 

 

Nachfolgend werden weiterführende Beispiele und Schreibweisen von Bezeichnungen genannt die in diversen Literaturen Verwendung gefunden haben.

 

Beispiele:
Chuan-sang, Hojok hwahyŏngban, Naju-ban, Taegwŏl-ban, Panwŏl-ban, K’aedari soban, Chaeban, Heju-ban, Kak kukjŏkban, Chukjŏl-ban, Konggosang, Chuch’il chisŭngban, Iljuban, Hoichŏn soban, Turiban, Tongyeong-ban, Gaedari soban, Ho juk soban, Bounsang, Jesang Hollyesang, Mokdan-moon Soban, Yijo Goongjoong Ban, Goongjoong Ban, 12-Gak Soban, Gukhwa-moon Soban, Mokdan-moon Goojok Ban, Odongnamu Poonghyul Ban, Maehwa Poonghyul Ban, Moran Poonghyul Ban, Uh-moon Soban, Joochil Grim Soban, Gukhwa Naju Ban, Maehwa Naju Ban, Mokdan Naju Ban, Yijo Gangwon-do Ban, Mokdan-moon Gangwon-do Ban, Tongyoung Ban, Daenamu Jang Sang, Mokdan-moon Jang Sang, Maehwa Jang Sang, Moran Mo Ban, Mo Ban, Gukhwa-moon Mo Ban, Gukhwa Mo Ban, Moran Dangcho Won Ban, Won Ban, Chat Sang  u. v. m..

 

Dieser Artikel/Beschreibung erfasst nur einen Bruchteil an Informationen, er soll jedoch dem Liebhaber, Sammler und Interessierten einen groben Einblick in Koreas Welt der kleinen Tische verschaffen. 



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