Bedeutung und Darstellungsformen des Pixiu / Pi Yao / Bixie / Tian Lu / Pi-Ya

Das Pixiu oder Pi Yao (chinesisch 貔貅, Pinyin píxiū, englisch pi xiu, etc., ursprünglich auch chinesisch 貔貅, Pinyin bì xié, englisch pi xie genannt) ist ein himmlisches Fabelwesen der chinesischen Mythologie, dass meist einem geflügelten Löwen ähnelt oder mit Drachenkopf, Pferde Körper , Beine eines Löwen, mit einem Bart unter sein Kinn, Flügel auf beiden Seiten der Brust dargestellt wird. Es soll seinem Besitzer unendliches Glück bringen.
 
Der Legende nach war Pixiu der 9. Sohn des Drachen Long. Wie auch bei vielen anderen chinesischen Fabelwesen gibt es unzählige Darstellungsformen des Pixiu. Dies ist u. a. der Tatsache geschuldet das, dass Pixiu sich einmal als Wesen des Meeres und einmal als Wesen der Erde zeigen kann und mal als Alttier sowie Jungtier dargestellt wird.

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arstellung eines Pixiu Alttier-Pärchens Ende 20. Anfang 21. Jahrhundert.
Zu den bereits erwähnten Darstellungsformen kommt hinzu, dass es zwei verschiedene Arten des Pixiu gibt. Der Unterschied liegt in der Darstellung der Hörner. Jenes das mit zwei Hörner dargestellt wird ist auch unter der Bezeichnung Pi-Ya (möglicherweise eine Verballhornung von Pi Xie) bekannt und stellt zudem ein Weibchen dar, jenes, dass mit einem Horn dargestellt wird, wird als Tian Lu bezeichnet und stellt das Männchen dar.
 
Nach den Überlieferungen her soll Pi-Ya die Fähigkeit besitzen alles Böse abzuwehren. Zudem soll es jene unterstützen die an schlechtem Feng Shui leiden. Tian Lu steht hingegen für das halten sowie zunehmende anhäufen von Reichtum. Stellt man Tian Lu zu Hause oder im Büro auf, so soll es seinen Besitzer gegen Verluste schützen.
 
Der Grund für die Fähigkeit des Pixiu soll darin liegen, dass jenes eines Tages von dem Gott Yu Di  „Jade Kaiser“ für die Missachtung der Gesetze des Himmels bestraft wurde und von fortan voll unersättlichem Appetit und zur ewigen Nahrungsaufnahme ohne diese wiederum ausscheiden zu können verdammt wurde. Die Nahrung eines Pixiu besteht hauptsächlich aus Gold und Silber. Zudem soll es seinen Meister treu mit seinem eigenen Leben und seinen übernatürlichen Kräften Beschützen und dienen.
 
Das Pixiu wird meist als Paar aufgestellt und wird im Gegensatz zu den Antiken (Pi-Ya und Tian Lu - Weibchen und Männchen) Darstellungen heute zu Tage überwiegen nur noch eingeschlechtlich (mit einem Horn „Männlich“) dargestellt.
 
Die Flügel des Pixiu haben ebenso eine Symbolik, So wird angenommen das die flügellose Darstellungen bei der Suche oder der Vermehrung von Reichtum behilflich sind während die geflügelten Darstellungen z. B. Studierende bei Studium fördern sollen.

Nichtsdestotrotz steht das Pixiu durch seine Wildheit ausstrahlende Tapferkeit auch als Beschützer vor Bösen Geistern und Krankheit. Im alten China war ein Pixiu gleichbedeutend einer ganzen Armee. Aus diesem Grund erlangte das Pixiu u. a. auch in der chinesischen Architektur an Bedeutung, Statuen dieser Wesen können heute noch an Häusern von meist Bedeutenden Persönlichkeiten besichtigt werden. Ebenso diente das Pixiu vielerorts im alten China als Grab-Wächter.

Aufgrund des ähnlichen Aussehens und der ähnlichen Darstellungsformen wird das Pixiu oftmals mit den bekannteren Fu Hunden/Fo Löwen oder Qilins verwechselt. Vermutlich kursieren aus diesem Grund heute zu Tage sehr viele falsch deklarierte Statuen im Handel herum.

Bezüglich des Aufstellens laut den Feng Shui Regeln sollten Sie folgendes beachten, dass Pi-Ya muss mit dem Blick zu einem Fenster oder einer Tür aufgestellt werden. Eine Falsche Platzierung im Haus oder Büro kann Unglück und Katastrophen herbeiführen.  Tian Lu sollte in einem Büro oder einem anderen Raum an dem man seinen Studien oder seiner Arbeit nachgeht aufgestellt werden, jedoch immer mit indirekter Blickrichtung zu Personen ansonsten würde Tian Lu so eine bekämpfende Bedeutung einnehmen. Zudem sollte nie ein Platz auf dem Boden oder über Augenhöhe gewählt werden.
 
Verschiedene Darstellungsformen des Pixiu - vermutlich stellt die Linke Form ein Jungtier und die rechte Form ein Alttier dar.