Qilin – Chinesisches Einhorn

Qilin – Chinesisches Einhorn
(chinesisch 麒麟, Pinyin qílín, W.-G. ch'i-lin, jap. Kirin, kor. Girin, viet. Kỳ lân)

Eine der vielen Darstellungsformen eines Quilin aus dem 21 Jahrhundert.

In der chinesischen Mythologie gibt es mehrere Einhornarten die sich allesamt jedoch von den europäischen Varianten stark unterscheiden und nicht zwingend nur ein einzelnes Horn aufweisen müssen. Neben dem Drachen (long), dem Phönix (feng huang) und der Schildkröte (gui) zählt das Qilin zu den „vier Wundertieren“, die auch in der chinesischen Mythologie auch als Zauberwesen bezeichnet werden.

Es gibt unzählige Darstellungsformen des Quilin  so wird das Ch?i-lin zum Beispiel im Buch der Synonyme (Erh Ya, ca. 200 v. Chr.) als Einhorn mit dem Körper eines Hirsches, dem Kopf eines Wolfes, den Hufen eines Pferdes und den Schwanz eines Ochsen geschildert.

In anderen Aufzeichnungen findet man das Ch'i-lin in der gestalt einer Zieger, eines Hundes oder eines Pferdes wieder dessen Horn oftmals mit Fell oder Fleisch überzogen ist, damit es kein anderes Lebewesen verletzten kann.

Durch die vielen zum Teil auch Lokalen verschiedenen Überlieferungen und Erzählungen  über das Aussehen des Qilins, entstanden gleichermaßen unzählige Darstellungsformen.

Die gängigsten vorzufindenden Darstellungsformen sind:
Seit der Ming-Dynastie (1368–1644) Ein Wesen mit einem Drachenkopf mit Flammenornamenten, Ochsenhufen, sowie mit Fisch- bzw. Drachenschuppen.

In der Qing-Dynastie (1644–1911) kamen dann das Hirschgeweih, der Löwenschwanz und der Bart eines Karpfens hinzu.
Das Qilin steht für die Liebe, Güte, Glück, Friedfertigkeit, Gerechtigkeit und Kindersegen.

In der Wortzusammensetzung bezeichnet Qi das männliche und Lin das weibliche Tier, wodurch der Dualismus, sowie die Beziehung von Yin und Yang ausgedrückt werden.

Ein weiteres chinesisches Einhorn ist u. a. das Hsieh-chai.
Das Hsieh-chai wird im Gegensatz zum Quilin mit einem langen, spitzen Stirnhorn dargestellt. Dem Hsieh-chai wird die Fähigkeit der Unterscheidung zwischen Gut und Böse zugesagt. Es soll bei Verhandlungen des chinesischen Kaisers Shun geholfen und die Schuldigen mit seinem Horn hingerichtet haben.

In der chinesischen Literatur sowie in alten Erzählungen werden beide Wesen oftmals nicht separat erwähnt und mit einander vermischt, dass wiederum zur der Vielzahl der Darstellungsformen beigetragen bzw. heute noch dazu beiträgt.

Nach der Lehre des Feng Shui werden Qilins u. a. auch gerne paarweise im Haus oder vor Toren aufgestellt sowie als Talisman von Frauen getragen die Schwanger werden möchten. Laut Feng Shui Lehre soll ein als Talisman aufgestelltes Quilin immer mit dem Blick zu einem Ausgang aufgestellt werden.